Mittwoch, 3. Juni 2009

JAPAN!!

Das Ende meines Semesters in Korea naht und so war ich auch letztes Wochenende auf meiner -für das Koreasemester- letzten Reise in Asien: in Tokyo (und Umgebung).

Da wir erst Freitagnacht in Toyko angekommen sind kann man den Tag eigentlich auch nicht dazu zählen, also fang ich mal mit dem Samstag an. Auf dem Plan stand zuerst das Sony Building, wo alle Neuheiten und zukünftigen Produkte schon mal ausgestellt werden - also ein Sammelsurium von riesen Flachbildschirmen, Laptops im Handtaschenformat bis hin zu ausgefallenen Musikanlagen. Leider durfte man da keine Bilder machen, sonst hätte sich sicher der ein oder andere schonmal gedanklich seine nächste Einrichtung zusammenstellen können... Danach wollten wir uns das "bunte, kitschige" Tokyo etwas anschauen - in Akihabara. Da gibt es ein Eck mit etlichen Elektrogeschäften die irgendwelche Schnäppchen anbieten (angeblich), Spielhöllen und das was wir sehen wollten: "cosplay"=costume-play. Das beschreibt die Art, wie sich Tokyoaner zum Teil kleiden, nämlich sehr ausgefallen, oft die Mädels in "maid"-Kostümen, also quasi "süß-sexy". Die stehen da auch so auf der Straße rum und verteilen irgendwelche Flyer und arbeiten in sogenannten maid cafes. Das wollten wir uns natürlich auch anschaun und sind für nen Kaffee in so ein maid cafe (das ist aber nichts anzügliches!). Allerdings hatten nicht nur wir die Idee sondern auch noch einige andere sodass es tatsächlich eine Schlange vor diesem Cafe gab - und alle haben gewartet, weil sie unbedingt da rein wollten - wir auch... Nach ca. ner halben Stunde warten haben wir dann Plätze bekommen und haben uns das Spektakel mal genauer angesehen: man konnte einfach was trinken und essen dort, aber dann auch "Spiele" kaufen, d.h. eine maid kam z.B. mit so Wrestler-Figuren zum Tisch und hat dann gegen jemanden gespielt. Der Kaffee wurde auch nicht einfach so serviert sondern war erstmal verziert mit z.B. einem Smiley und wurde dann zelebriert. Also wer Zucker rein wollte dann hat den die maid rein und auch den Kaffee danach umgerührt. Bevor man dann trinken konnte hat die maid noch was vorgeführt (in etwa "Händeklatschen-Verbeugen-was auf Japanisch sagen"), was man dann nachmachen sollte. - Also die ganze Atmosphäre da ist sehr süß und kitschig gemacht - leider durfte man wieder keine Bilder machen also wer das mal sehen will müsste selber mal hin ;-) Nach dem zelebrierten Kaffee ging es dann an die (glaube ich) belebteste Kreuzung der Welt(?) - zumindest Asiens glaub ich! Die ist in Shibuya und an der Kreuzung ist permanent was los. In einem Moment fahren noch die Autos über die Kreuzung und man sieht die Menschenmassen sich rundrum türmen - Sobald dann die Fußgängerampel auf grün schaltet ist aber die komplette Kreuzung ein einziges Menschenmeer das nicht abzubrechen scheint. Sobald die Fußgängerampel wieder auf rot ist stehen aber gleich wieder die Menschenmassen an der Kreuzung um rüberzugehen - ich vermute ja dass da irgendwo ein Loch ist wo die Massen rauskommen. Es ist hier auch so dass alle Fußgängerampeln gleichzeitig schalten, d.h. es kommen dann Leute von allen Seiten und gehen kreuz und quer in alle Richtungen. Wir haben dann diese Kreuzung auch mal schräg überquert - und waren danach froh dass wir uns nicht verloren haben und auch da rausgekommen sind wo wir hinwollten, das war echt ein Chaos. Danach sind wir auch in dem Eck noch etwas rumgelaufen und da war es weiter so voll - Menschen überall...

Am Samstagabend hab ich mich dann mit May getroffen - einer japanischen Freundin, die ich in Neuseeland kennen gelernt hab. Für Samstagnacht und Sonntag bin ich dann mit zu ihr gefahren, sie wohnt ca. 1 Stunde außerhalb von Tokyo. Nach einem gemütlichen Samstagabend mit japanischem Essen, japanischem Rotwein und Bier sind wir am Sonntag zu einem Hotspring mitten in den Bergen gefahren - bei strömendem Regen war das wirklich ein Genuss! Die Umgebung und die Natur da im "ländlichen" Japan fand ich eh super! Überall Berge, sattes grün, Dörfer und kleinere Städte, die sehr nett und wohnlich aussehen und mittendurch immer wieder Flüsse, an denen Angler stehen oder Leute grillen - hat mich sehr beeindruckt! Den restlichen Nachmittag und Abend haben wir dann wieder in Tokyo verbracht und mit einem Essen im tokyoaner-Stil beendet: wir haben uns am Tisch auf einer eingelassenen Grillplatte eine Art Pfannkuchen (einmal Omelett) mit Meeresfrüchten oder Fleisch und Gemüse selbst gemacht - also die asiatische Art, dass man ein Essen teilt, aber mal etwas anders als bisher in Korea oder China. Das war wieder sehr lecker - dazu muss ich sagen, dass Japan so viele leckere Sachen zu bieten hat neben Sushi, nur davon hört man nie was bei uns...

Sonntagabend bin ich dann wieder in Tokyo in das Hostel, May musste wieder heim weil sie am Montag arbeiten musste... Was am Montag für mich noch anstand war der Fischmarkt mit frischem Sushi. Dafür wollten wir eigentlich um 5h früh los um die erste U-Bahn zu kriegen, das allerdings nicht ganz geklappt hat (man glaubt es kaum - es lag nicht an mir, ich war pünktlich!!) also waren wir dann zu spät für die Auktion dort. Die hätte ich gerne gesehen, aber dann sind wir einfach so ein bisschen durch den Markt gelaufen, haben zugeschaut wie sie gefrorene Riesenfische (was auch immer das war) zersägt haben und uns schließlich zu einem Sushi-Restaurant direkt am Fischmarkt aufgemacht - das zweite Frühstück war am Montag also Sushi. Und das war der Wahnsinn! Ich hab ja in Deutschland schonmal Sushi gegessen, aber ich mochte nicht alles, z.T. fand ich es sehr wabbelig. Aber das Sushi da am Fischmarkt war sehr lecker! Nach dem Start in den Tag bin ich noch etwas allein durch die Stadt getingelt bis wir uns dann aber mittags schon zum Flieger aufmachen mussten.

Fazit: Ich bin begeistert von Japan und wäre am liebsten dort geblieben oder gleich wieder hingeflogen - ich würde aber eher das Ländliche als Tokyo weiter anschaun. Allerdings wäre ich dann auch bald unter ner Brücke gelandet weil man schon etwas mehr Geld braucht um dort Spaß zu haben. Also werde ich bevor ich nochmal hinfliege schön sparen, um das "Land Japan" in vollen Zügen genießen zu können.

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