Mittwoch, 3. Juni 2009

JAPAN!!

Das Ende meines Semesters in Korea naht und so war ich auch letztes Wochenende auf meiner -für das Koreasemester- letzten Reise in Asien: in Tokyo (und Umgebung).

Da wir erst Freitagnacht in Toyko angekommen sind kann man den Tag eigentlich auch nicht dazu zählen, also fang ich mal mit dem Samstag an. Auf dem Plan stand zuerst das Sony Building, wo alle Neuheiten und zukünftigen Produkte schon mal ausgestellt werden - also ein Sammelsurium von riesen Flachbildschirmen, Laptops im Handtaschenformat bis hin zu ausgefallenen Musikanlagen. Leider durfte man da keine Bilder machen, sonst hätte sich sicher der ein oder andere schonmal gedanklich seine nächste Einrichtung zusammenstellen können... Danach wollten wir uns das "bunte, kitschige" Tokyo etwas anschauen - in Akihabara. Da gibt es ein Eck mit etlichen Elektrogeschäften die irgendwelche Schnäppchen anbieten (angeblich), Spielhöllen und das was wir sehen wollten: "cosplay"=costume-play. Das beschreibt die Art, wie sich Tokyoaner zum Teil kleiden, nämlich sehr ausgefallen, oft die Mädels in "maid"-Kostümen, also quasi "süß-sexy". Die stehen da auch so auf der Straße rum und verteilen irgendwelche Flyer und arbeiten in sogenannten maid cafes. Das wollten wir uns natürlich auch anschaun und sind für nen Kaffee in so ein maid cafe (das ist aber nichts anzügliches!). Allerdings hatten nicht nur wir die Idee sondern auch noch einige andere sodass es tatsächlich eine Schlange vor diesem Cafe gab - und alle haben gewartet, weil sie unbedingt da rein wollten - wir auch... Nach ca. ner halben Stunde warten haben wir dann Plätze bekommen und haben uns das Spektakel mal genauer angesehen: man konnte einfach was trinken und essen dort, aber dann auch "Spiele" kaufen, d.h. eine maid kam z.B. mit so Wrestler-Figuren zum Tisch und hat dann gegen jemanden gespielt. Der Kaffee wurde auch nicht einfach so serviert sondern war erstmal verziert mit z.B. einem Smiley und wurde dann zelebriert. Also wer Zucker rein wollte dann hat den die maid rein und auch den Kaffee danach umgerührt. Bevor man dann trinken konnte hat die maid noch was vorgeführt (in etwa "Händeklatschen-Verbeugen-was auf Japanisch sagen"), was man dann nachmachen sollte. - Also die ganze Atmosphäre da ist sehr süß und kitschig gemacht - leider durfte man wieder keine Bilder machen also wer das mal sehen will müsste selber mal hin ;-) Nach dem zelebrierten Kaffee ging es dann an die (glaube ich) belebteste Kreuzung der Welt(?) - zumindest Asiens glaub ich! Die ist in Shibuya und an der Kreuzung ist permanent was los. In einem Moment fahren noch die Autos über die Kreuzung und man sieht die Menschenmassen sich rundrum türmen - Sobald dann die Fußgängerampel auf grün schaltet ist aber die komplette Kreuzung ein einziges Menschenmeer das nicht abzubrechen scheint. Sobald die Fußgängerampel wieder auf rot ist stehen aber gleich wieder die Menschenmassen an der Kreuzung um rüberzugehen - ich vermute ja dass da irgendwo ein Loch ist wo die Massen rauskommen. Es ist hier auch so dass alle Fußgängerampeln gleichzeitig schalten, d.h. es kommen dann Leute von allen Seiten und gehen kreuz und quer in alle Richtungen. Wir haben dann diese Kreuzung auch mal schräg überquert - und waren danach froh dass wir uns nicht verloren haben und auch da rausgekommen sind wo wir hinwollten, das war echt ein Chaos. Danach sind wir auch in dem Eck noch etwas rumgelaufen und da war es weiter so voll - Menschen überall...

Am Samstagabend hab ich mich dann mit May getroffen - einer japanischen Freundin, die ich in Neuseeland kennen gelernt hab. Für Samstagnacht und Sonntag bin ich dann mit zu ihr gefahren, sie wohnt ca. 1 Stunde außerhalb von Tokyo. Nach einem gemütlichen Samstagabend mit japanischem Essen, japanischem Rotwein und Bier sind wir am Sonntag zu einem Hotspring mitten in den Bergen gefahren - bei strömendem Regen war das wirklich ein Genuss! Die Umgebung und die Natur da im "ländlichen" Japan fand ich eh super! Überall Berge, sattes grün, Dörfer und kleinere Städte, die sehr nett und wohnlich aussehen und mittendurch immer wieder Flüsse, an denen Angler stehen oder Leute grillen - hat mich sehr beeindruckt! Den restlichen Nachmittag und Abend haben wir dann wieder in Tokyo verbracht und mit einem Essen im tokyoaner-Stil beendet: wir haben uns am Tisch auf einer eingelassenen Grillplatte eine Art Pfannkuchen (einmal Omelett) mit Meeresfrüchten oder Fleisch und Gemüse selbst gemacht - also die asiatische Art, dass man ein Essen teilt, aber mal etwas anders als bisher in Korea oder China. Das war wieder sehr lecker - dazu muss ich sagen, dass Japan so viele leckere Sachen zu bieten hat neben Sushi, nur davon hört man nie was bei uns...

Sonntagabend bin ich dann wieder in Tokyo in das Hostel, May musste wieder heim weil sie am Montag arbeiten musste... Was am Montag für mich noch anstand war der Fischmarkt mit frischem Sushi. Dafür wollten wir eigentlich um 5h früh los um die erste U-Bahn zu kriegen, das allerdings nicht ganz geklappt hat (man glaubt es kaum - es lag nicht an mir, ich war pünktlich!!) also waren wir dann zu spät für die Auktion dort. Die hätte ich gerne gesehen, aber dann sind wir einfach so ein bisschen durch den Markt gelaufen, haben zugeschaut wie sie gefrorene Riesenfische (was auch immer das war) zersägt haben und uns schließlich zu einem Sushi-Restaurant direkt am Fischmarkt aufgemacht - das zweite Frühstück war am Montag also Sushi. Und das war der Wahnsinn! Ich hab ja in Deutschland schonmal Sushi gegessen, aber ich mochte nicht alles, z.T. fand ich es sehr wabbelig. Aber das Sushi da am Fischmarkt war sehr lecker! Nach dem Start in den Tag bin ich noch etwas allein durch die Stadt getingelt bis wir uns dann aber mittags schon zum Flieger aufmachen mussten.

Fazit: Ich bin begeistert von Japan und wäre am liebsten dort geblieben oder gleich wieder hingeflogen - ich würde aber eher das Ländliche als Tokyo weiter anschaun. Allerdings wäre ich dann auch bald unter ner Brücke gelandet weil man schon etwas mehr Geld braucht um dort Spaß zu haben. Also werde ich bevor ich nochmal hinfliege schön sparen, um das "Land Japan" in vollen Zügen genießen zu können.

Mittwoch, 27. Mai 2009

Kleiner Nachtrag zur China-Reise...

... DAS Video der "beautiful"-Tour durch China:



Mit bestem Dank an den Schnittmeister Justus!!

Mittwoch, 20. Mai 2009

Eine Woche China

Die letzte Woche habe ich mir von der Uni freigenommen und mit sechs anderen Deutschen und einem Österreicher (einen Quotenösterreicher braucht man ja) China unsicher gemacht - Hongkong, Macau, Shanghai, Xian und Peking. Entgegen meinen Erwartungen war da nicht "nur" Städte-Sightseeing dabei sondern auch ausgiebiges Nachtleben. Hongkong fand ich dabei die beste Stadt - eine gute Mischung aus asiatischer und westlicher Kultur, was man in der Stadt an sich und im Nachtleben wieder findet. Aber anstatt mir hier den Wolf über unsere täglichen Halbmarathons zu schreiben stelle ich einfach Bilder online, so kann sich jeder den besten Eindruck von der Reise machen.

Samstag, 2. Mai 2009

Vor der Tür nach Nordkorea...

Gestern war ich so nah an Nordkorea wie ich wohl nie mehr kommen werde - ein paar Minuten war ich quasi auf nordkoreanischem Boden, allerdings in einem UN-Gebäude, durch das die koreanisch-koreanische Grenze in der Mitte verläuft (ich will nicht wissen was die gemacht hätten wenn ich nicht das "neutrale" Gebäude um mich gehabt hätte...).

Der ganze Trip gestern war zur DMZ, also zur sog. "Demilitarized Zone". Das war straff durch organisiert wie man das bei Asiaten auf einem Europa-Trip kennt, allerdings war das auch nicht anders zu machen, weil man in dem Gebiet maximal allein auf Toilette darf, ansonsten ist immer entweder ein Tourguide oder später sogar ein US-Soldat bei der Gruppe und der Bus hält nur an ein paar Stellen, wo man aussteigen kann. Bilder darf man auch nur an bestimmten Orten und unter bestimmten Bedingungen machen, z.B. bei einer Aussichtsplattform auf die DMZ darf man Bilder nur hinter einer "Photo Line" machen, die ca. 2m von der Plattformkante entfernt ist - also man bekommt auf die Bilder eigentlich nur die Mauer der Plattform drauf und kann ein paar Berge im Hintergrund erahnen.

Schon auf der Fahrt von Seoul da hin haben wir etwas von Nordkorea gesehen, als wir auf dem Highway gefahren sind und ein Stück am Fluss entlang, wo Nordkorea auf der anderen Seite ist. Auffallend ist, dass die Berge in Nordkorea alle kahl sind weil alle Bäume abgeholzt wurden für Feuerholz, aber keine neuen gepflanzt wurden. Außerdem sind entlang des kompletten Flusses Stacheldraht und Wachtürme von südkoreanischer Seite. Grund dafür ist, dass wohl die Nordkoreaner mal versucht haben, durch den Fluss auf südkoreanisches Gebiet zu kommen. In den Wachtürmen, in denen wir teilweise wirklich Soldaten gesehen haben, und entlang des Zauns sind überall Scheinwerfer angebracht, die wohl nachts das ganze Gebiet durchleuchten.

In der DMZ angekommen sind wir erstmal zu der Aussichtsplattform, wozu es allerdings wenig zu sagen gibt, außer dass man nur hinter der "Photo Line" Bilder machen durfte und wir eine kurze Beschreibung des Gebiets bekommen haben. Danach waren wir an einem Bahnhof in der DMZ. Das ist der nördlichste Bahnhof Südkoreas, an dem aber keine Züge nach Norden fahren wie es eigentlich geplant war... Also fahren da jetzt die Tour-Busse hin, damit zumindest ein paar Leute was davon haben. Direkt daneben ist ein Grenzübergang nach Nordkorea wo der Highway durchführt, der wie der Bahnhof und die dazugehörige Bahntrasse extra gebaut wurden, um die beiden Koreas zu verbinden, allerdings wird der Highway quasi auch nicht genutzt.

Womit sich die Nordkoreaner aber anscheinend wirklich Mühe geben ist das Tunnelgraben. Direkt nachdem Friedensabkommen nach dem Koreanischen Krieg unterschrieben waren müssen die Nordkoreaner angefangen haben, Tunnel in den Süden zu buddeln, um dann da mal hochzuploppen und Südkorea einzunehmen. Ich will nicht wissen, wo sie gerade graben und wie weit sie sind, ich kann mir aber sehr gut vorstellen dass sie irgendwo die ganze Zeit versuchen sich einen Weg nach Seoul oder südlich von Seoul zu graben. Bisher wurden vier Tunnel entdeckt und wir haben uns einen, den "3. Tunnel" angeschaut. Ich würd sagen der war im Durchschnitt 1m breit und 1,5-2m hoch und geht einige hundert Meter in das Gebiet Südkoreas und verläuft ca. 300m tief. Die Südkoreaner haben den Tunnel entdeckt als ein Nordkoreaner, der in die Planung des Tunnels einbezogen war, in den Süden geflüchtet ist und Tips gegeben hat, wo ein Tunnel gebaut wird. In der Nähe dieses Gebiets haben sie dann Löcher gebort und die mit Wasser gefüllt. Wenn sich das Wasser in einem Loch bewegt hat hat man darauf geschlossen dass da gerade eine Sprengung stattgefunden hat. Wir konnten gestern in dem Tunnel natürlich nicht in den nördlichen Teil, den haben die Nordkoreaner gut abgeschottet mit einigen sehr dicken Mauern und wohl auch Minen hinter einer der Mauern. Apropos Minen - neben den Straßen, auf denen wir gefahren sind waren überall Minenfelder - also frei herumlaufen würde ich in dem Gebiet nicht wollen. Nochmal zu dem Tunnel: Um eine Ausrede waren die Nordkoreaner auch wieder nicht verlegen, also die Südkoreaner den Tunnel entdeckt haben. Sie haben gemeint, dass das eine ehemalige Kohlemine war, obwohl in dem ganzen Gebiet wohl eher keine Kohle zu finden ist. Dieses Argument wollten sie dadurch unterstreichen, dass sie die Wände des Tunnels schwarz eingefärbt haben... Naja, soviel zu Ausreden...

Nach dem Tunnel ging es dann noch in die Joint Security Area (JSA) bzw. Panmunjeom. Dort wurde erstmal unser Tourguide durch einen US-Soldaten und unser Tour-Bus durch einen JSA-Bus ersetzt. Der Soldat hat uns ein paar Sachen erzählt und darauf aufgepasst hat dass niemand Photos macht wo es nicht erlaubt war. Nach einem kurzen Vortrag zur Kriegsgeschichte von Nord- und Südkorea ging es schließlich ganz nah an die Grenze (eine Betonlinie am Boden). Direkt südlich (also auf unserer Seite) der Grenze ist das sogenannte Freedom House, von dem aus wir uns der Grenze genähert haben. Allerdings war das ganze wieder unter strengen Vorschriften. Wir durften Bilder von der Grenze und vom gegenüberliegenden nordkoreanischen Gebäude machen, allerdings nur von der oberen Stufe der Treppe des Freedom House. Auf der oberen Plattform dieser Treppe stand außerdem rechts und links je ein südkoreanischer Soldat - man durfte sich nicht rechts vom linken Soldat und nicht links vom rechten Soldat bewegen. Die südkoreanischen Soldaten stehen die ganze Zeit starr in einer Art Taekwondo-Grundhaltung da und verziehen keine Miene. Auf der anderen Seite der Grenze war ein Gebäude der Nordkoreaner, das für mich einfach so kommunistisch ausgesehen hat dass ich mich gefragt hab ob die alle nur einen Architekten hatten. Natürlich durfte die lange Treppe nicht fehlen wo oben immer ein nordkoreanischer Soldat mit Fernglas herumgelaufen ist um genau zu sehen was wir machen. Es würde mich aber nicht wundern, wenn die nicht sowieso überall Überwachsungskameras haben und alles genau im Blick haben. Dann sind wir (in Zweierreihen!) in eine der drei Baracken gegangen, die quasi "auf" der Grenze liegen und (falls die Stimmung mal wieder gut ist) für Verhandlungen zwischen den beiden Staaten genutzt werden. In dieser Baracke waren wieder zwei südkoreanische Soldaten, der eine hat verhindert dass wir an einer Seite des Tisches vorbei gehen und der andere stand vor der "Tür zur Nordkorea". Wenn man aus dem Fenster geschaut hat hat man die Grenze gesehen und konnte quasi auf nordkoreanisches Gebiet gehen, aber eben innerhalb des Gebäudes. Der Verhandlungstisch in der Mitte der Baracke war genau entlang der Grenze ausgerichtet und hat Mikrophone (entlang der Grenze ausgerichtet!) am Tisch, die anscheinend permanent eingeschaltet sind. Das ganze läuft ja irgendwie über die UN und so eine gemeinsame Überwachsungstruppe, deshalb steht auch an dem Tisch eine blaue Flagge.

Nach dem kurzen Abstecher "auf nordkoreanisches Gebiet" sind wir mit dem Bus noch ein paar Stellen abgefahren, z.B. die "Bridge of no return", wo nach dem Krieg Gefangene ausgetauscht wurden, die aber, sobald sie sich für eine Seite entschieden hatten, nie mehr in das andere Land durften. Außerdem waren wir an einem Aussichtspunkt, wo man sich die DMZ noch ein bisschen anschauen konnte und auch Blick auf ein nordkoreanisches Dorf in dem Gebiet hatte. Uns wurde erzählt, dass das Dorf aber nur fake ist und nur gebaut wurde, weil die südkoreaner in dem Gebiet ein Dorf haben und die Nordkoreaner da auch eines wollten. Das Dorf wird überragt von einer nordkoreanischen Flagge, die glaube ich in 160m Höhe weht - die südkoreanische Flagge in dem südkoreanischem Dorf ist nur auf 100m, also Hauptsache "man hat die Höchste und Größte" - die allerdings bei starkem Wind abgenommen werden muss, weil sie sonst zerreißt...

Lantern Parade

Obwohl es schon wieder eine Woche her ist will ich euch die Lantern Parade (und zumindest ganz viele Bilder dazu) nicht vorenthalten. Wir waren am letzten Sonntag auf dieser Parade, auf der zwei Stunden lang etliche Gruppen mit bunten Laternen und riesigen beleuchteten Statuen und ähnlichem durch eine lange Straße in Seoul gelaufen sind. Beeindruckend waren vor allem diese "Statuen", die aus einem Drahtgestell und Papier drumrum bestanden haben und von innen beleuchtet waren, z.B. riesige Drachen, die sogar Feuer gespuckt haben (und sich anscheinend nicht selber angezündet haben...) Das seht ihr euch aber am besten auf den Bildern an, die ich bald hochstelle...

Sonntag, 12. April 2009

Schweinemedaillons und Apfelstrudel...

... genauer: Schweinemedaillons in Gorgonzola-Rahm-Sauce mit Spätzle und hausgemachter Apfelstrudel mit Vanilleeis!

Das gabs bei mir gestern Abend - wir waren nämlich österreichisch essen beim Chef Meili. Chef Meili gehört das Restaurant und eine Metzgerei/Delikatessenverkauf - er selbst war anscheinend mal Küchenchef im Hilton. Wir, das war eine relativ große Truppe mit einigen von Justus' Leuten aus Suwon und uns Mädels aus Seoul. Das österreichische Restaurant ist in Itaewon, einem Stadtteil von Seoul, der zum großen Teil von Ausländern dominiert wird. An der Straße reihen sich Starbucks und Dunkin Donuts nebeneinander und es gibt dort das Hard Rock Cafe Seoul. Was aber wirklich auffällt ist, dass man überall auf englisch angesprochen wird - auf der Straße hört man nur englisch und in den Läden wird auch gar nicht erst mit koreanisch angefangen, sondern gleich englisch gesprochen. Das fand ich für den Abend wirklich mal angenehm - weniger Zeichensprache und dafür schneller und einfacher das richtige bekommen... Naja, und beim Meili haben wir dann am Ende deutsch gesprochen - neben Meili, der Österreicher ist, gab es da nämlich noch einen deutschen Kellner - aus Nürnberg! Und die Speisekarte war eh der Hammer - ich hätt alles genommen. Es gab neben meinen Schweinemedaillons noch Schnitzel (so richtig riesig und dünn), Bratwürste mit Sauerkraut und Senf, Haxn und was man sich sonst noch so an (fleischlastigen) leckeren Sachen vorstellen kann. Dann gab es auch ein paar sehr gut aussehende Suppen und Salate - also einfach Salat, grün, mit Dressing - das gibt es hier nicht. Es gibt zwar Salat, aber da werden die Blätter immer nur zum Einwickeln von Fleischstückchen beim BBQ verwendet - so wie wir das kennen mit Dressing (und mit der Gabel essen...) haben die das hier nicht. Um auf die Speisekarte zurückzukommen - bei einem österreichischem Restaurant darf natürlich die Desserkarte nicht fehlen. Die hatte gestern Abend zu bieten: frischer hausgemachter Apfelstrudel, Kaiserschmarrn mit hausgemachtem Apfelmus, Crepes mit Vanilleeisfüllung, Sachertorte und noch ein paar andere Sachen. Meine Wahl ist, nachdem ich erfahren habe, dass er erst morgens frisch gemacht wurde, auf den Apfelstrudel gefallen - und das war ein Genuss!

Fazit: ein gelungener kulinarischer Abstecher heim.

Donnerstag, 9. April 2009

Mein Outdoor-Fitnesscenter

Erstmal vorneweg: vom letzten Wochenende gibt es Bilder in der Gallerie - zu erzählen gibt es dazu aber nicht sehr viel, es war einfach nur Sightseeing in Seoul...

Aber jetzt zu meiner neuesten Entdeckung - ok, mittlerweile ist sie ein paar Tage alt aber ich hab heut noch einen zusätzlichen Teil entdeckt.
-> Mein Outdoor-Fitnesscenter. Wo: vom Wohnheim aus auf der anderen Straßenseite, direkt am Fluss. Wer: hauptsächlich betagtere Koreaner + neuerdings ich :-). Wann: 24/7. Wieviel: nix.
Soviel zur Kurzfassung - die längere Version: Vor ein paar Tagen ist mir eingefallen dass ich hier ja auch etwas Sport machen wollte und deshalb auch meine Sportschuhe eingepackt hatte. In Gedanken an die unzähligen Eis- und Schokoladeportionen in den letzten Wochen hab ich mich dann spontan dazu entschlossen, mal meine Laufschuhe auszupacken und loszulaufen. Als Laufstrecke wollt ich mal die Gegend um den Fluss gegenüber vom Wohnheim testen, weil ich da schon Leute Radfahren und Laufen gesehen habe von Weitem. Allerdings habe ich nicht erwartet, dass es da mehr gibt als einen Weg, auf dem ab und zu ein paar Leute laufen - was mir erzählt wurde haben die Koreaner keine Zeit für sowas wie Spazierengehen oder so... Also bin ich los über die Straße in der Hoffnung, dass ich gleich einen Weg runter zum Fluss finde ohne lang neben den stinkenden Autos herlaufen zu müssen. Der Weg zum Fluss kam dann auch früher als erwartet und der führt nicht nur zu einem Weg entlang des Flusses sondern direkt zu einem kleinen "Outdoor-Fitnessstudio" mit Fitnessgeräten. Es gibt keine ausgefallenen Geräte mit Gewichten und verstellbaren Sitzen o.ä., aber es reicht vollkommen aus! (Bilder davon werde ich hoffentlich in den nächsten Tagen hochladen, wenn ich rausgefunden habe, wie ich die von meiner Handykamera auf den Computer lade...) Nach einem kurzen Aufwärm-Lauf einmal ein Stück am Fluss entlang und zurück hab ich mich dann an diese Geräte gemacht - zusammen mit eher älteren Koreanern, teilweise Rentnern, die mit ihrem Handwägelchen kurz vorbei gekommen sind und ein paar Übungen gemacht haben und ab und zu auch mal etwas Jüngere, die einen kurzen Stopp auf ihrer Lauf- oder Radstrecke eingelegt haben. Meistens war es aber ich, die das Durchschnittsalter drastisch gesenkt hat ;-). Ich bin jedenfalls richtig begeistert davon, was ich direkt neben meinem Wohnheim alles finde. Neben diesen Geräten gibt es da auch Basketballfelder und volleyballfeldgroße Felder mit Netzen, auf denen man eigentlich alles spielen kann - die Koreaner spielen da auch Fußball über das Netz - sehr interessant... Der Weg am Fluss entlang ist außerdem nicht einfach nur ein "Weg", sondern hat teilweise Laufbelag und sogar zwei Spuren für Radfahrer mit speziellem Belag. Was es finde ich außerdem sehr angenehm macht ist, dass das ganze unter einer Brücke liegt und man zwar frische Luft (insofern die in Seoul mal vorhanden ist) genießen kann und trotzdem Schatten und das Gefühl von etwas Ruhe hat.

Heute Abend hab ich mich wieder dahin aufgemacht und sogar noch ein Event entdeckt: Freiluft-Aerobic mit den üblichen Mitsportlern! Eigentlich ist das ja nicht so mein Ding, aber das fand ich ganz schön. Das hab ich auch eher aus Zufall entdeckt als ich eigentlich schon fast wieder ins Wohnheim gehen wollte. Da kam auf einmal aus der Nähe wahnsinnig laute Musik - ich dachte da gibts vielleicht ein Konzert - und dann war da auf einer Bühne quasi eine Trainerin gestanden und auf einem Basketballplatz davor lauter Koreanerinnen (das waren wirklich nur Frauen *G*), die da voll dabei waren. Ich denke, das wird jeden Donnerstagabend um 8 Uhr gemacht und deshalb kannten die das alle schon. Ich hab mich dann mal dazu gestellt und ein bisschen mitgemacht, konnte aber mit den trainierten Koreanerinnen vor mir nicht mithalten... Davon hab ich auch ein Bild gemacht und werde es demnächst hochladen, falls es bei dem Licht was geworden ist (es war schon dunkel und meine Handykamera ist -naja- schlecht).

Diese quasi Sportanlage unter einer Brücke und neben einem Fluss in Seoul hat mich wirklich überrascht - ich hätte die Koreaner einfach nicht so eingeschätzt, dass in sowas investiert wird. Ich finds toll und bin froh, dass ich das jetzt entdeckt hab - das bleibt mir für die Zeit hier wohl die Abwechslung, die ich in dem ganzen Uni-Großstadt-Trott brauche!

Donnerstag, 2. April 2009

Koreanischer (Steh-)Fußball

Gestern war FUSSI angesagt und zwar das WM-Qualifikationsspiel Südkorea vs. Nordkorea hier in Seoul - und wir LIVE dabei im Stadion!
Es war nicht wirklich vergleichbar mit europäischem Fußball - weder von der Stimmung im Stadion noch vom Spiel, aber es war trotzdem ein toller Abend.. Zur Stimmung: es gab eine Kurve, anscheinend die SC Seoul-Fankurve, wo auch bei Spielen des Seouler Fußballclubs ordentlich Stimmung ist, und da war auch gestern Stimmung, also angefangen von den Fangesängen, die eigentlich nicht von der Kurve ausgegangen sind und von den riesen Südkorea-Flaggen, die über die komplette Kurve verteilt waren. (Ich brauche glaube ich nicht zu erwähnen, dass das Stadion meiner Meinung nach abgesehen von den nordkoreanischen Spielern und Trainern von Südkorea dominiert wurde.) Wir waren in der gegenüberliegenden Kurve in einem Block mit wahrscheinlich 70% ausländischen Südkorea-Fans, die ab und zu versucht haben, etwas Stimmung zu machen, allerdings nicht über den Block rausgekommen sind. Ok, eines hat doch geklappt: einmal ist eine Laola-Welle sage-und-schreibe 3 mal um das Stadion gegangen, dann aber irgendwo an einer langen Seite verebbt. Natürlich kamen ab und zu -"Südkorea"-Rufe ("Hangug" 한국 oder "Daehanmingug" 대한민국), aber nur vom Rufen kocht ja auch kein Stadion.. Ich will jetzt nicht den Eindruck erwecken, dass das nicht toll war, aber in Sachen Stimmung-im-Fußballstadion haben die Koreaner noch Nachholbedarf. Vielleicht ist das bei Baseball anders - die Koreaner stehen eher auf Baseball, als auf Fußball - mal schaun, ob ich das in der Zeit hier noch rausfinde...
Naja, und zum Spiel... Ich würde es eher als Stehfußball beschreiben. Die Spieler sind immer so ein bisschen "gelaufen" (ich glaub mir ist keiner aufgefallen, der mal gerannt oder gesprintet ist) und haben darauf gewartet, dass der Ball in ihre Richtung kommt. Wenn sie den Ball hatten, haben sie nach ein paar Schritten gleich wieder versucht, ihn irgendwo hin zu schießen, wo dann jemand stand oder auch nicht... Zu Torschüssen kamen die Südkoreaner aber trotzdem einige Male, haben aber nur eines, kurz vor Ende der Spielzeit, reingebracht. Letztendlich haben "wir" also 1:0 gewonnen und sind jetzt Gruppenerster mit einem Spiel weniger!

Montag, 30. März 2009

Ein Wochenende Urlaub...

... im Süden von Korea: in Busan. - Ein kleiner Reisebericht vom letzten Wochenende:

Nachdem ja der erste geplante Trip auf eine Insel in der Nähe von Seoul flachgefallen ist wollten wir am letzten Wochenende wirklich mal raus aus Seoul. Die Wahl ist dann auf Busan, die zweitgrößte Stadt Koreas gefallen. Wir, also Berit und ich, sind am Freitag dann in 3 Stunden mit dem Schnellzug (KTX - einer der modernsten Züge und Schnellstrecken der Welt!) da hin gefahren. Den Freitagabend hatten wir schonmal verplant, weil wir in einen Hot Spa wollten. Das hat sich dann auch als wirkliches Erlebnis herausgestellt, weil die Spas hier in Korea ganz anders sind als die, die ich kenne. Zuerst geht man in einen "Nassbereich", der für Männer und Frauen getrennt ist, da ist man nackt. In diesem Bereich sind ein paar Becken mit heißem und kaltem Wasser und ein paar Saunen und ein "Waschbereich" - man wäscht sich nämlich davor und danach gründlich und dieser Waschbereich hat gut 1/3 dieses Raumes ausgemacht. Also haben wir angefangen, uns in diesem Waschbereich ein Plätzchen zu suchen mit Dusche, Hocker, Handtuch, Seife und Spiegel und uns erstmal schön gesäubert. Neben uns hatten die Frauen ihre kompletten Waschutensilien dabei inklusive Zahnbürste - die sind da dann wohl raus aus dem Spa, heimgefahren und direkt ins Bett. Wir haben uns nach dem Waschen jedenfalls zu diesen Becken mit dem heißen Wasser begeben und etwas hilflos geschaut, da hat uns dann eine der Damen in einem Becken mit dem Finger gezeigt, dass wir doch erst in dem weniger heißen Becken anfangen sollen. Naja, da haben wir uns dann reingelegt bis es zu heiß wurde und dann sind wir raus - das ganze mit ein paar anderen Becken noch und dann waren wir irgendwie schon ziemlich k.o. und wir sind wieder zu dem Waschbereich. Als wir da fertig waren haben wir uns so ne Art Pyjama angezogen, was wir am Eingang bekommen haben, und sind ein Stockwerk höher in den sog. Jimjilbang, einen riesigen Ruheraum mit Decken, wo man sich hinlegen konnte, einzelnen Räumen mit Matratzen wo man auch die Nacht drauf schlafen konnte (man kann da über Nacht bleiben - ohne Zeitbegrenzung), dann gab es noch Saunen und natürlich Internet, einen laufenden TV und einen Imbiss (das darf in Korea nicht fehlen...). Hier waren wieder Männer und Frauen zusammen. Wir haben uns dann eine Decke genommen und uns auf den Boden gelegt und sind beide eingeschlafen - es war so entspannend, ich hätte da über Nacht liegen bleiben können, wenn ich nicht doch mein Bett und Waschzeug im Backpackers gehabt hätte. Also haben wir uns dann wieder aufgerafft, um noch eine U-Bahn in den Backpackers zu bekommen. Der Backpackers war mitten in so einem Wohnklotz, die hier überall stehen, in einer normalen Wohnung. Da waren einfach ein paar Stockbetten in den Zimmern und man hatte außerdem eine gescheite Küche und ein Wohnzimmer - fand ich super!

Am Samstag sind wir dann zu einem Tempel gefahren, dem Beomeosa Tempel - den gibt es seit dem späten 7. Jahrhundert. Einen guten Eindruck davon bekommt man glaube ich auf den Bildern, die ich in den nächsten Tagen noch hochladen werde. Danach sind wir an den bekanntesten Strand Koreas gefahren: Haeundae Beach. Da liegen die Urlauber im Sommer angeblich aufeinander und der Strand von oben ist ein einziges Meer von Sonnenschirmen. Also im Sommer will ich da glaube ich nicht hin, aber am Samstag war es super - Sonne, Strand, Meer - wie im Urlaub! Nach dem Nachmittag am Strand haben wir uns dann noch aufgemacht in den Shopping-Teil Busans aufgemacht mit Straßenständen mit "sowaswie" Gucci-Handtaschen und daneben natürlich McDonalds und KFC. Die Querstraßen waren wirklich voll von Kleidungs- und Taschengeschäften, ich hab keine Ahnung, wie die sich da halten aber egal in welche Straße man geschaut hat, man hätte sich überall neu einkleiden können (insofern man nicht so viel Wert auf Qualität legt bei der Kleidung). Eine Straße weiter runter wurde es dann auch wirklich koreanisch - da gab es dann nur noch koreanische Bars, Restaurants, Spielwelten und auf einmal konnte niemand mehr auch nur EIN Wort Englisch. Das war auch die Zeit, in der wir unbedingt einen Subway (Sandwiches, nicht die U-Bahn!) gesucht haben und es uns bestimmt zwei Stunden gekostet hat um letztendlich am Bahnhof (wo unsere letzte Hoffnung war, Subway oder was Ähnliches zu finden) jemanden zu finden, der uns gesagt hat, dass es das in Busan nicht gibt - vielleicht in Seoul, aber auf keinen Fall in Busan. - Ja, in Seoul haben wir einen direkt außerhalb der Uni, und in Busan, mit 3 Mio Einwohnern, gibt es keinen. Wir haben dann darauf geschlossen, dass die Busaner die "typischen" Koreaner verkörpern, die u.a. nur koreanisch sprechen, noch nie im Ausland waren und auch nichts mit Subway anzufangen wüssten. Naja, der Abend endete dann spät und mit schmerzenden Füßen bei einer Art Sandwich (nicht annähernd vergleichbar mit Subway!!) in einem Laden in der Nähe vom Bahnhof - glorreich!

Den Sonntag wollten wir auch noch etwas nutzen, da der Zug erst nachmittags um 3 fahren sollte, und haben uns dazu entschlossen auf einen Fischmarkt und in den Hafen zu fahren und danach noch auf den Busan Tower - daher kommen dann auch die Bilder, die hoffentlich bald online kommen, mit dem Blick über Busan und auf das Meer. Dieses Bild gibt eigentlich auch gut das Wochenende in Busan wieder: Stadt, Meer, Strand - Urlaub!

Montag, 23. März 2009

Ein verplantes Wochenende...

Nachdem das Wochenende schon wieder wie im Flug vergangen ist, will ich gleich nochmal was davon erzählen, bevor das in der Woche wieder untergeht und dann schon das nächste Wochenende ansteht... Das war jetzt das dritte Wochenende hier und ich weiß nicht, wo die Zeit geblieben ist, vor allem weil dieses Wochenende letztendlich doch nichts geplant war, aber die Zeit wieder wie im Flug vergangen ist...

Eigentlich wollten wir auf eine Insel in der Nähe von Seoul fahren, um uns etwas an den Strand zu legen, in einem Spa die Füße hochzulegen und -frische- Luft einzusaugen. Allerdings hatten wir nicht damit gerechnet, dass alle Unterkünfte auf der Insel, die wir ausgesucht haben, komplett ausgebucht waren. Die anderen Inseln von Seoul wollten wir mal nicht ansteuern, da es um einiges länger gedauert hätte und komplizierter gewesen wäre, hinzukommen. Da wir dann auch nicht auf gut Glück auf diese eine Insel losfahren wollten, weil wir uns hier außerhalb von Seoul mit Englisch noch schlechter verständigen können als schon in Seoul, haben wir uns entschieden, in Seoul zu bleiben. Am Freitag waren wir dann sowieso auf eine Party mit internationalen Studenten eingeladen und den Samstag wollten wir in einem Spa hier in Seoul genießen. Weil wir außerdem sehr müde waren, wollten wir auch nur relativ kurz auf diese Party - naja, letztendlich waren wir glaube ich um 4 Uhr früh wieder da. Für den Spa konnten wir uns dann am Samstag auch nicht wirklich begeistern, dafür sind wir etwas Sightseeing gegangen. Zuerst waren wir - Berit, De und ich - am Cheonggyecheon bzw. Cheonggye Stream, einem Flußlauf in Seoul, der bis vor Kurzem durch eine große Straße überbaut war. Erst 2003 wurde damit begonnen diesen Flußlauf wieder auszugraben und neu anzulegen - was aber sehr gut gelungen ist! In der Gallerie sind ein paar Bilder dazu, allerdings kommen neue, sobald es hier richtig Frühling wird und alles blüht, dann muss es da wunderschön sein! Nachdem wir da etwas entlanggeschlendert sind sind wir noch in ein relativ traditionelles Viertel von Seoul gleich um die Ecke, Insadong. Entlang der Straße findet man erstmal alle möglichen Imbissbuden (wo ich meinem Magen zuliebe nichts esse), irgendwelche Taschenverkäufer und: Stände mit Filmen für 2500KRW, also beim aktuellen Wechselkurs weniger als 1,50EUR. Die Filme bekommt man dann auf eine DVD gebrannt und mit einem ausgedruckten DVD-Cover. Die Cover sind auf englisch, deutsch, niederländisch - bunt gemischt, aber die Filme sind auf englisch - und das ganze ist hier wohl legal... Neben diesen doch weniger "traditionellen" Läden gibt es in Insadong z.B. den einzigen Starbucks in Korea (soweit ich weiß), bei dem "Starbucks" über dem Eingang tatsächlich in koreanischen Schriftzeichen steht, es gibt Läden mit den traditionellen Gewändern und so einen (Souvenir-)Laden mit traditionellen Schnitzereien, Teesets, Kleidung etc. Mitten auf einer der Straßen in Insadong wurde außerdem eine koreanische Süßigkeit, Kkultarae, hergestellt. Diese Kkultarae sehen aus wie kleine Seidenknäuel und sind mit Nüssen gefüllt. Die "Seidenfäden" sind tatsächlich wahnsinnig dünne Honigfäden mit Maismehl dran, die um die Nussfüllung gewickelt werden. An dem Stand machen die alles frisch und performen die Herstellung dieser Honigfäden mit einem Unterhaltungswert, von dem sich viele TV-Shows was abschneiden könnten! Um diese Honigfäden zu bekommen wir nämlich erstmal ein Loch in einen Klumpen Honig gemacht. Dieser Ring wir dann langsam auseinander gezogen und in Maismehl eingetaucht. Dann wird der Ring einmal gedreht und gefaltet, um dann zwei Lagen von diesem Ring zu haben - ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll, jedenfalls wird dieser Ring immer wieder in Maismehl getaucht und dann so gefalten, dass sich die Lagen verdoppeln und man dann etliche Tausend sehr dünne Lagen bekommt. In der Gallerie sind auch wieder Bilder davon, aber ich weiß nicht, ob man da was erkennen kann, weil das alles hinter einer Scheibe gemacht wurde. De und ich haben uns dann eine Packung von diesen Kkultarae gekauft und sie eigentlich in einem Zug aufgegessen - ist eine sehr süße und "fadige" Angelegenheit, aber sehr sehr lecker!! Ich frag mich, ob man die in Deutschland auch bekommt und ob sie dann auch so gut schmecken, obwohl sie nicht so frisch sind. Werd ich aber definitiv mal suchen, wenn ich wieder da bin. Aber bis dahin ist ja noch n bisschen und es gibt hoffentlich noch ganz viel zu berichten!

Mittwoch, 18. März 2009

Mit bestem Gruß aus China...

Als ich hier angekommen bin, hat meine Mentorin schon über den sogenannten "Yellow Dust" gesprochen und gemeint, dass der in ein paar Wochen kommt und ich mir dann am besten einen Mundschutz besorgen sollte. Yellow Dust ist ein Sandsturm, der im Frühling aus China Richtung Osten weht. Neben Sand aus den immer stärker austrocknenden Wüstengebieten Chinas (Dank an die Abholzung) werden Industrieabgase, Viren und Bakterien in einer tatsächlich sichtbaren Staubwolke transportiert. Ein paar Satellitenbilder von der Staubwolke über Korea habe ich im Internet gefunden, da könnt ihr euch schon mal die Ausmaße vorstellen.[Link 1] [Link 2] Wenn ich in den nächsten Tagen hier mal Bilder mache, dann stelle ich die auch online, damit ihr euch das vorstellen könnt. Im Moment ist es zwar noch nicht schlimm, allerdings merke ich es schon durch einen kratzenden und verklebten Hals und trockene Augen - die Kontaktlinsen werde ich wohl in den nächsten Tagen durch meine Brille ersetzen...
Wir haben zuerst gestern daran gedacht, dass der Yellow Dust da sein könnte. Als Berit und ich gestern aus der Bib raus sind, war die Sonne zwar noch sichtbar, allerdings so von einem gelb-orangen Schleier umgeben, dass sie nicht mehr gestrahlt hat - den erhellten Sonnenball hat man gesehen, allerdings war das auch alles... Abends haben wir dann festgestellt, dass im Internet aktuell vom Yellow Dust die Rede ist und dass die Werte der Luftverschmutzung schon das erste kritische Level überschritten haben und die Risikogruppe, also z.B. Senioren, Kinder, Diabetiker, Herz- und Lungenkranke schon eine Maske tragen sollen. Im Internet gibt es eine stündlich aktualisierte Grafik mit den Verschmutzungswerten, da werde ich jetzt ab und zu einen Blick drauf werfen. Heute war der Wert bei 300 microgramm/m3, "unhealthy" und es wird empfohlen, lange und anstrengende Aktivitäten im Freien einzuschränken. Das nächste kritische Level ist bei 400 - das wird dann als "very unhealthy" bezeichnet und man soll keinen Sport mehr im Freien machen und lange und anstrengende Aktivitäten im Freien unterlassen (die Risikogruppe soll alle outdoor activities unterlassen). Ab einem Wert von 800 wird die Luftverschmutzung als "hazardous", also gefährlich eingestuft und man soll sich nur in Gebäuden aufhalten und die Aktivitäten auf einem niedrigen Level halten. Ich bin gespannt, bis zu welchem Level wir kommen und vor allem, wie lange das dann immer anhält - ob es nur tageweise ist oder man sich wirklich mehrere Tage am Stück geht.
Wer sich schonmal ein Bild (oder Video) vom Yellow Dust machen will, der kann in Google oder Youtube z.B. "Yellow Dust" oder "Yellow Sand" eingeben und sich einen Eindruck davon verschaffen.

Abgesehen von diesen "düsteren" Aussichten freue ich mich schon auf einen China-Trip Anfang Mai. Wir wollen zu acht - alles Deutsche ;-) - zuerst nach Peking, dann nach Shanghai und Hongkong mit einem Abstecher nach Macao - das ganze in insgesamt acht Tagen mit Flugzeug und Schiff. Die Idee hatten Justus und ein paar andere Jungs von der Ajou Uni in Suwon - und Berit und ich schließen uns dem sehr gerne an! Geplant hatte ich sowieso, mir Shanghai und Hongkong anzuschauen, aber in der Gruppe wird es glaube ich richtig schön und ich hätte wohl nicht noch Peking und Macao reingepackt. Die Organisation steht quasi auch schon - kommt alles von den Jungs, Berit und ich stimmen nur noch mit steigender Vorfreude zu ;-)!

Soviel zum aktuellen Stand in Seoul - abgesehen vom Yellow Dust, der etwas nervt weil ich permanent mit trockenem Hals und verklebten Augen herumlaufe, ist aber alles super. Für das kommende Wochenende planen wir auch einen kleinen Ausflug in die Nähe von Seoul, was genaues steht aber noch nicht fest - das wird wohl sehr spontan, vielleicht auf eine Insel, zu einem Hot Spa oder was auch immer uns noch einfällt... Auf jeden Fall verspricht das wieder ein tolles Wochenende (und hoffentlich ein paar tolle Bilder für die Gallerie)!

Dienstag, 17. März 2009

Wenn man als Europäerin im Club als "exotisch" betrachtet (angestarrt...) wird...

Ein kurzer Bericht von Samstagabend...
Zuerst wollten Berit, Justus und ich was essen in einem Restaurant in einer Art Kneipen- und Restauranteck in der Nähe von Berits und meiner Uni. Das Restaurant hat in den Tischen Grill- bzw. "Feuer"-stellen und wir haben schon von außen gesehen, dass es da ganz lecker aussehendes BBQ gibt - das wollten wir dann auch bestellen mit dem einzigen Hindernis, dass wir uns nicht auf koreanisch ausdrücken konnten und uns auch Englisch nicht weitergeholfen hat, weil in dem Restaurant niemand Englisch spricht. Wir haben es dann dadurch versucht, dass wir auf das Gericht in einem Wandbild zeigen. Die Bedienung hat uns dann irgendwas dazu gesagt und weil wirs nicht besser wussten haben wir einfach mal genickt - man will ja höflich sein.
Naja, wir haben dann kein BBQ bekommen sondern was anderes - Bulgogi. Ich weiß nicht, wie sie darauf gekommen ist aber wir hatten das Gefühl, sie will uns das einfach verkaufen und hat in uns leichte "Opfer" gefunden. Ok - wir hatten dann zwar kein BBQ, aber Bulgogi, was auch lecker ist - zumindest war Fleisch drin und natürlich gab es viel Gemüse. Das ganze wurde uns in die Mitte des Tischs gestellt in eine riesige Pfanne auf diese Feuerstelle - also zumindest den Effekt hatten wir und wurden letztendlich auch gut satt davon.
Als nächstes kam dann eine Kneipe eine Ecke weiter, in der es Soju natur und Soju mit Joghurt-geschmack gab. Soju ist Reisschnaps und hört sich vielleicht mit Joghurtgeschmack etwas komisch an, schmeckt aber sehr lecker!
Danach haben wir uns mit Hannah und einer Freundin von ihr getroffen, um schließlich mit der U-Bahn in ein Kneipen- und Clubviertel von Seoul zu fahren und nach einer Bar schließlich in einem Club zu landen. Eigentlich wollten wir den Abend nicht so lange ausdehnen, aber irgendwie wurde dann doch beschlossen, dass wir ihn in einem Club fortsetzen.
In dem Club... gibt es hauptsächlich männliche Besucher, zumindest sind mir die Horden auf der Tanzfläche aufgefallen. Diese Horden haben sich dann schlagartig zu uns umgedreht, als wir - "exotische" Mädels aus Europa und USA - auf die Tanzfläche sind. Allerdings bleibt es in koreanischen Clubs dann nicht beim hingucken, sondern es hängt einem fast permanent einer am Hintern - wortwörtlich! Und hier hilft es auch nicht, einen ablehnenden Blick zuzuwerfen oder denjenigen zu ignorieren, was uns dann schon sehr genervt hat mit der Zeit. Nichtsdestotrotz haben wir es dort noch einige Zeit ausgehalten und sind dann mit dem Taxi zurück in den Dorm gefahren - ja, mit dem Taxi, das hat uns für eine geschätzte 20-30-minütige Fahrt nur ca. 9 Euro gekostet, zu viert. Mit der U-Bahn wären wir nicht viel billiger weggekommen, abgesehen davon dass hier, in der Hauptstadt, weder U-Bahnen noch Busse zwischen Mitternacht und 5.30Uhr fahren...
Ich habe ja vor meiner Ankunft hier schon von der Sperrstunde im Dorm erzählt - man soll laut "dorm rules" (zum kaputtlachen, diese Regeln...) um 12.30 Uhr nachts im Zimmer und ruhig sein. - Das hört sich schlimm an, ist es aber nicht wenn man weiß, dass der Türöffner von innen funktioniert und man den Sensor über einen Karton, den man durch den Türschlitz schiebt, aktivieren kann. - Also Sperrstunde gibt es in dem Dorm eigentlich für niemanden...

Donnerstag, 12. März 2009

Alltagsgschichtn...

Nachdem ich jetzt schon zwei Wochen in Seoul bin wird es mal Zeit für eine weitere Berichterstattung...
Mittlerweile bin ich in einer Art "Alltag" angekommen, wobei der aber nicht vergleichbar ist mit einem Alltag in Deutschland. Jedenfalls habe ich einen gewissen Tagesablauf und fühl mich nicht mehr so arg als Touristin - insofern ich die Uni und bekannte Supermärkte nicht verlasse... Die Uni läuft jetzt auch seit zwei Wochen und ich bekomme wirklich alles mit, weil ja Anwesenheitspflicht ist - eine sehr interessante Erfahrung für mich ;-) Dadurch ergibt sich auch irgendwie der Alltag - ich muss unter der Woche immer irgendwann raus, in die Uni, dann treff ich mich meistens mit den anderen internationalen Mädels (Hannah, Berit und Carol) zum Lunch und dann geht es entweder irgendwann nochmal zu nem Kurs, in den Supermarkt oder irgendwo anders hin. Die Kurse in der Uni sind auch sehr interessant (meistens), deshalb ist die Anwesenheitspflicht nicht ganz so schlimm. Allerdings wäre es als Austauschstudent auch sehr schwer, unerkannt zu fehlen, weil man auffällt und der Prof dann gleich wüsste, wer fehlt...
Einen anderen Teil des Alltags der Koreaner habe ich gestern Abend kennen gelernt - das Essen und Trinkengehen nach der Arbeit bzw. nach der Uni zusammen mit dem Chef bzw. in unserem Fall dem Prof. Ich hatte zwar schon gelesen, dass es üblich ist, mit Kollegen und Chefs regelmäßig abends einen heben zu gehen, aber dann die Erfahrung, sich einfach mit dem Prof und den anderen Studenten direkt nach der Veranstaltung (die war abends) auf den Weg zu machen und dann neben allem möglichen zu Essen auch zwei riesen Pitcher Bier zu leeren fand ich schon interessant. Der Prof hat es mit uns dann allerdings nicht bis zu den Trinkspielen durchgehalten, die anscheinend immer präsent sind, sobald Koreaner bei Bier oder Soju zusammensitzen. Und bei diesen Trinkspielen geht es nur darum, möglichst schnell möglichst viel zu trinken indem z.B. reihum aufwärts gezählt wird und dann der, der die "31" sagt, trinkt. Sehr interessante Trinkkultur...
Soviel zu meinem Alltag - ich hoffe, dass ich in ein paar Tagen wieder dazu komme, was zu schreiben (wobei es mir ehrlich gesagt schwer fällt, den Überfluss an neuen Eindrücken in Worte geschweige denn Sätze oder Posts zusammenzufassen).

Mittwoch, 4. März 2009

Essen gut - alles gut

안녕하세요 alle zusammen...
Nach fast einer Woche komme ich hier im Land mit dem "falsch" stehenden Mond (der ist gedreht...) dazu, den Blog zu eröffnen. Ich kann ja mal von Anfang an loslegen...
Der Flug war ok - das koreanische Menü hat bis auf eine Ausnahme Lust auf mehr gemacht und bei der Aussicht beim Anflug auf Seoul hab ich mir nur gedacht, dass ich unbedingt ein Boot mieten muss, um auf diese Inseln vor der Küste zu fahren - hat sehr schön ausgesehen! Einziges Problem: mein fehlender Motorbootschein... Am Flughafen wurde ich dann von meiner Mentorin abgeholt und sie konnte gottseidank Englisch. Sie hat mir von der ersten Busfahrt, vom Einkaufen, Handy und Prepaid besorgen bis zum Internet-einrichten heute quasi bei allem geholfen - ohne sie wäre ich heute zwar Profi in der Zeichensprache aber in den letzten Tagen wohl vor Verzweiflung um zehn Jahre gealtert. Ohne Koreanisch ist es hier wirklich schwer, selbst an der Uni koennen die Leute nur selten Englisch. Zwar sind alle sehr hilfsbereit und engagiert wenn man was fragt oder verloren rumsteht, aber die Kommunikation geht dann eher mit Händen und Füßen voran oder sie begleiten einen gleich zu dem Gebäude das man sucht...
Den ersten Nachmittag hab ich damit verbracht, das nötigste einzukaufen und spät nachts noch meine Zimmermitbewohnerin, eine Amerikanerin, kennen zu lernen - ich hab da ja nicht mein eigenes Zimmer, aber die Mitbewohnerin ist nett und am gleichen Flur wohnen noch zwei andere Austauschstudentinnen, was das Wohnheimleben etwas verbessert. Zu dem Wohnheim gehört auch eine Cafeteria, in der es früh, mittags und abends Essen gibt - natürlich alles koreanisch, also auch früh Reis, Gemüsezeug, eine Art Fleischbällchen und (Fisch)suppe (die hab ich weggelassen...). Aber selbst mit Reis zum Frühstück kann ich mich hier anfreunden! Bis auf die eine Ausnahme aus dem Flugzeug (Gimchi) ess ich bisher auch alles und find es sehr lecker. Gimchi hatte noch ein paar Chancen, aber das geht einfach nicht...
Zur Uni: riiiiessig groß - der Wahnsinn! Kann ich gar nicht beschreiben, man läuft vom einen Ende zum anderen einfach mal 20 Minuten bergauf-bergab. An einem Ende (natürlich nicht das Ende, an dem mein Wohnheim ist) ist eine U-Bahnstation, aber es heißt eigentlich immer wenn ich irgendwo hin will Treppensteigen und Berge erklimmen. Ich hab allerdings noch Glück, dass ein Großteil meiner Kurse in Gebäuden in der Nähe des Wohnheims sind. Die Uni im Allgemeinen kommt mir sehr glorifiziert vor - ich weiß nicht, ob das nur von der Unileitung ausgeht oder allgemein so ist, aber allein die Verwaltungsgebäude finde ich schon sehr pompös  (die Gebäude der Colleges Economics bzw. Business sehen ähnlich aus) - die bauen grad an nem 2. Verwaltungsgebäude (wozu auch immer...)
Die Stadt ist auch super - wahnsinnig groß und wo man hinsieht riessige Gebäude. Am Samstag waren wir in einem Tempel mitten in der Stadt - vor dem Tempel ist eine 5-spurige Straße und eine riesige Kreuzung und vom Tempel aus konnte man im Hintergrund die Türme der Stadt sehen.
Am Sonntag hatte ich dann noch eine koreanische Familienerfahrung - ich war mit meiner Mentorin bei einer ihrer Freundinnen in der Nähe von Seoul eingeladen und wir haben den Tag mit koreanischer Pizza (mit süßer Kartoffel im Rand), koreanischem Kartenspiel und am Ende koreanischem Barbeque (mir läuft jetzt noch das Wasser im Mund zusammen!) verbracht. Also nach den letzten Tagen kann ich nur sagen, dass ich sowohl die Stadt als auch die Uni toll finde (die Kurse gestern und heute haben sich alle sehr gut angehört) und sogar das Essen find ich gut. Koreanisches Bier haben wir auch schon probiert und als ok eingestuft - ist natürlich essentiell... Und falls ich es mal nicht mehr in ein Restaurant oder die Cafete schaffen sollte, gibt es hier für alles einen Lieferservice - man kann sich sogar Bier oder was von McDonalds liefern lassen... Es soll mir also nicht mal an McDonals fehlen.
P.S.: Bilder folgen hoffentlich noch ein paar, wenn es das Internet hier zulässt.